Preisvergleich vs. Qualitätsvergleich
FrUTC274UTC10bUTCFri, 02 Oct 2009 18:00:21 +0000 20, 2008
Wer die Wahl hat, hat die Qual
Gibt man bei google das Suchwort „Preisvergleich“ ein, spuckt die Suchmaschine über 66 Millionen Einträge aus. Gibt man dagegen das Wort „Qualitätsvergleich“ ein, erscheinen nur etwa 28. 000 Einträge. Welche Schlüsse sollen wir daraus ziehen? Ist den Käufern der Preis wichtiger als die Qualität? Oder machen die Betreiber der Internetseiten mehr Kohle, wenn sie Preise und nicht die Qualität der Produkte vergleichen?
Eines ist klar: Wenn zwei Produkte in allen relevanten Hinsichten gleich sind und sich nur im Preis unterscheiden, dann nimmt man das günstigere. Aber das ist die Ausnahme. In der Regel hat man es mit einander ähnlichen Artikeln zu tun. Zwei Salamipizzen beispielsweise; die eine mit 5 Salamischeiben und 5% Mozarella (450g für 2,99€), die andere ( 350g für 3,99) mit 4 Scheiben bzw. 8%, aber in Bio-Qualität. Für welche Pizza soll man sich entscheiden? Nicht so einfach, oder?
Wir sind das Opfer unserer eigenen Ansprüche geworden
Warum machen es uns die Hersteller aber auch so schwer? Antwort: Weil wir es so wollen. Wir wollen keine Einheitspizza („Volkspizza“) für alle. Der eine will eine günstige Pizza, der andere eine in Bio-Qualität. Der eine will Salami, der andere Thunfisch, ein dritter eine vegetarische Pizza. Wir wollens und die Hersteller lieferns.
Das Gleiche gilt auch für andere Produkte: Wir wollen auch keine Einheits-Jeans, keine Einheitsschuhe, kurz keine Gleichmacherei. Unsere Ansprüche haben sich immer weiter ausdifferenziert.
Dumm nur, dass uns so wenig Zeit bleibt, das auswuchernde Angebot zu vergleichen. Wer alle Tiefkühlpizzen erst einmal vergleichen, die Ergebnisse gewichten und sich dann entscheiden will, sollte für einen normalen Einkauf morgens in den Supermarkt gehen, um abends rechtzeitig fertig zu werden.
Wir sind das Opfer unserer eigenen Ansprüche geworden. Wir haben das Angebot und können es gar nicht ausschöpfen, weil uns der Überblick fehlt. Weil die Zeit fehlt, uns einen Überblick zu verschaffen. Und weil manchem schlicht das Geld fehlt.Was also tun?
Drei Einkaufs-Strategien
Die einfachste Strategie: Einkaufen nach dem Lust-Prinzip. Rein in den Supermarkt, Gehirn aus und in den Einkaufswagen schaufeln, was uns irgendwie – spontan oder aufgrund von Gewohnheit – gefällt. Zu sehen bei Kaufhof, Karstadt oder in Bio-Supermärkten, wo die entsprechende Klientel einkauft, die sich diese Strategie leisten kann. Verglichen wird nicht viel, das ist Zeit-, aber nicht kostensparend.
Zweite Strategie: Das Billigste kaufen. Eigentlich das Gegenteil der ersten Strategie: kosten- aber nicht unbedingt zeitsparend. Immerhin ersparen die Angaben des Preises pro Kilo/100g das Rechnen. Nachvollziehbar, wer – oft gezwungenermaßen – diesen Weg beschreitet: die weniger Betuchten, z.B. bei ALDI, LIDL, NETTO und CO. Blöd nur, dass der Versuch, nur das Billigste zu kaufen, sich als ziemlich teuer entpuppen kann. Irgendwie muss der niedrige Preis ja zustande kommen. Denn nicht nur der Kunde spart. Auch der Hersteller spart – an der Qualität. Die Zeche zahlt der Kunde mit seiner Gesundheit (eine Tiefkühlpizza deckt meist den Tagesbedarf an Salz) und seinem Portemonnaie (ein billiger Kühlschrank mit hohem Verbrauch ist auf lange Sicht gesehen teurer). Dass oft auch die Umwelt, die billig entlohnte Kassiererin im Supermarkt und die Angestellten beim Hersteller draufzahlen, sei auch erwähnt.
Bleibt noch ein dritter Weg: Bewusst einkaufen UND langfristig sparen. „Bewusst einkaufen“ heißt: die Produkte vergleichen, und nicht nur in einer Hinsicht (nur Menge oder nur Qualität oder nur Preis). „Langfristig sparen“ heißt: nicht nur auf den aktuellen Preis schielen, sondern auch an die langfristigen Kosten denken, die man selbst und Andere zahlen müssen: mit der eigenen Gesundheit und dem Geldbeutel. Das sollten Andere, das sollten wir uns wert sein, oder?